Erleichterung machte sich breit, als sich die Eingangstür öffnen ließ und den Weg auf ein zumindest trockenes Plätzchen freigab. "Na, wen haben wir denn da zu so später Stunde? Ach, Kindchen, du bist ja total durchnässt, warte, das werden wir gleich haben." Sam schob eine Strähne aus dem Gesicht und versuchte die Besitzerin dieser Stimme im Halbdunkel zu erspähen. Doch ihr Blick blieb gleich an dem riesigen Kamin hängen, der in der Mitte des Raumes eine wohlige Wärme ausstrahlte. Die Decke, eingerahmt von mächtigen Balken, war vom Ruß geschwärzt, und die Dielen knarrten bei jedem Schritt. Zu ihrer Linken standen einige Tische, ebenfalls sehr rustikal, und rechter Hand zog sich ein Tresen an der Wand entlang. Von daher kam auch die Stimme, die sich nun in Gestalt einer kleinen rundlichen Frau näherte. Sie hatte ihr graues Haar zu einem engen Knoten hoch gebunden und wischte ihre Hände an einer geblümten, aber schon recht verblichenen Schürze ab. Ihr Lächeln stand irgendwie im Kontrast zu ihren Augen, die sie mit kühlem Blau musterten. "Wie heißt du, Mädchen? Zieh erst einmal deine Jacke aus. Hier ist ein Handtuch, trockne deine Haare ein wenig ab, ich mache dir in der Zwischenzeit einen heißen Tee, du magst doch Tee!" Ohne eine Antwort abzuwarten, zog sie hinter ihrem Rücken ein kleines weißes Handtuch hervor, reichte es ihr und trippelte gleich weiter in Richtung einer dunklen Schwingtür, hinter der sich wohl die Küche verbarg. "Mein Name ist Samantha, für meine Freunde Sam", rief sie in Richtung dieser Tür. "Außerdem bin ich fünfundzwanzig und kein Kindchen mehr!" Ihre Lippen verzogen sich zu einem Schmollmund. Sie streifte die Jacke ab und legte sie über die Stuhllehne in der Nähe des Kamins, mit dem Handtuch rubbelte sie über ihren Kopf und warf das Haar anschließend in den Nacken. Erst jetzt bemerkte sie, dass alles Licht von den Lüstern an der Wand stammte. Sie hatten die Gestalt von geflügelten Schlangen, die vor ihrem Körper jeweils eine Kerze hielten. Ein Duft nach Gewürzen hing im Raum, und leise Musik drang aus Richtung der Küche. Ansonsten knackte und knisterte nur noch das Holz im Kamin, sie war der einzige Gast. "Samantha, ein hübscher Name, ich werde Sam zu dir sagen!" Den Rücken voran, hatte sie die Schwingtür aufgeschoben, in der Hand ein Tablett mit dampfendem Tee und ein Teller mit Sandwiches. "Schinken, ist das in Ordnung? Ich habe noch ein Salatblatt draufgelegt.

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